Wohl über dreißig Jahre ist es her, dass im ehemaligen VOXXX auf der Horst-Menzel-Straße in Chemnitz die ersten Schrittfolgen und Umarmungen ausprobiert wurden. Workshops von legendären Lehrern aus Argentinien und Live-Bands aus Buenos Aires waren exotisch außergewöhnlich im (p)ostsozialistischen neuen Deutschland. Enthusiastisch gründete sich Tango-Marx mit regulären Milongas und kleinen Bällen und blühte zu einer Oase verstandenen Kommen und Gehens und oft auch Bleibens. Geblieben ist eine kleine Szene im Weltecho, überrascht vom Tango Festival Industrial 2014 und der Dynamik des Kulturhauptstadtprojektes 2025 – Bewegende Klänge – Concertina & Bandoneon. 50 Miongas, ein Festival mit Konzerten, Workshops, Shows, Performances, Ausstellungen, einem Tango-Gottesdienst und getanzten Stadtführungen sowie einer überwältigenden Resonanz an heimischen und internationalen Gästen und unerwartet hoher Medienaufmerksamkeit sprachen für Chemnitz als Wiege des Bandoneons und für das immaterielle Weltkulturerbe – den Tango Argentino.
Nach dem Kulturhauptstadtjahr soll es weiter gehen: Das Weltecho mit seinen Milongas ist öffentlich bekannt. Das Resonance Tango Festival vom 14.-17. Mai 2026 verstetigt einen fixen Ort und Termin im Kalender der Tangueras und Tangueros. Und für Interessierte, die sich dieses faszinierenden Tanzes hingeben wollen, besteht die Möglichkeit, diesen im Anfänger- und Mittelstufenkurs bei Ania und Sebastian zu erlernen – eine besondere Sprache, in der sich Tänzerinnen und Tänzer auf den Milongas in Buenos Aires, Tokyo, Riga, Istanbul, Prag und Warschau, Paris und auch in Chemnitz verstehen.